Die Güte des Herzens besteht aus einem tief gefühlten,

universellen Mitleid mit allem, was Leben hat.


Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen,

daß man zuversichtlich behaupten darf,

wer gegen Tiere grausam ist,

könne kein guter Mensch sein.

 

Das Mitleid ist die Grundlage der Moral

 

(Arthur Schopenhauer, 1788-1860, Philosoph)


 

FINDLINGSHUND

 

Wer hat dich geboren,

mit Fledermausohren,

mit pfiffigem Köpfchen,

mit Augen wie Knöpfchen,

mit magerem Ränzchen,

geringeltem Schwänzchen,

beseelt und lebendig,

getreu und verständig.

 

Wer hat dich besessen,

verstoßen, vergessen?

 

Eine Sammlung von Rassen,

ich kann dich nicht lassen,

du Bastard, du kleiner,

ab heut’ wirst du meiner,

ob Reichtum ob Not,

wir teilen das Brot.

 

 

"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen.

Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen!

Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb.

Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht."

(Gautama Buddha, 560-480)

 

 

Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendet haben,

können uns weniger über sie sagen,

als ein Kind, dass gestern seinen Hund verloren hat.

 

(Thornton Wilder)

 

 

Einer bleibt selten allein"

Einer ist gar nichts, ein Zweiter muss her.
Ein Dritter ist einfach, ein Vierter nicht schwer.

Ein Fünfter erfreut dich, mit dem sechsten wird's geh'n.
Ein Haus voller Hunde macht's Leben erst schön!

Warum nicht noch einen, du traust dich, nicht wahr?
Sie sind wirklich ganz einfach, aber mein Gott, das Haar!

Ein Hund auf dem Sofa, ein anderer im Bett!
Hungrige Mäuler in der Küche, das findest du nett?

Sie hören aufs Wort und sind gar kein Problem!
Auch wenn's noch einer mehr ist, wird es immer noch geh'n.

Die Möbel sind staubig, die Fenster nicht klar,
der Boden ist schmutzig, das Sofa voll Haar.

Es leidet der Haushalt, man nimmt' s kaum noch wahr,
die Nasen - Abdrücke und überall Haar!

So suchen wir Platz, der neue Welpe ist top!
Wir finden schon Zeit für Besen und Mop!

Es gibt kaum ein Limit, dem Himmel sei Dank!
Ihre Zahl zu verringern - der Gedanke macht krank!

Jeder ist anders, du weißt, wer da bellt.
Das Futter ist teuer, der Tierarzt kriegt Geld!

Die Familie bleibt weg, Freunde lassen dich in Ruh',
siehst nur Hundeleute, die genauso leben wie du!

Die Blumen sind tot, der Rasen ist hin,
doch am Wochenende hast du anderes im Sinn.

Man meldet und reist, so ist der Trott,
dazu die Hundesteuer, bald bist du bankrott!

Ist es das wert, was machst du da bloß?
Doch dann kommt dein Liebling und springt auf den Schoß!

Sein Blick wärmt dein Herz, und um nichts in der Welt
gäbst du auch einen nur her, was bedeutet schon Geld?

Die Winter sind mühsam, mal nass und mal rau.
Die Hunde sind schmutzig, und du bist ganz blau!

Manche Abende sind grässlich, manchmal schreist du im Haus,
denn die Hunde auf dem Sofa, sie wollen nicht raus!

Es muss wohl was wert sein, und es muss dir was geben,
denn sie lieben dich alle, die Hunde in deinem Leben!

Alles hat sich verändert, nichts ist mehr gleich!
Du liebst deine Hunde, und deine Seele ist reich!

 

 

Wehe dem Menschen, wenn auch nur ein Tier im Strafgericht Gottes sitzt.

 

(Franz von Assisi)

 

 

Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn,

dass unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedeutung sei,

dass es gegen die Tiere keine Pflichten gäbe,

ist geradezu eine empörende Rohheit und Barbarei.

 

Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit,

dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir,

ins Volk gedrungen sein wird,

werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen.

 

Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns,

auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird."


 (Arthur Schopenhauer, 1788-1860, Philosoph)

 

 

 Schweigend steh ich da, erschüttert,
vor den Boxen - engmaschig vergittert.
Ein alter Hund mit weißem Bart,
die Flanken eingefallen, dünn behaart,
schaut mich mit leeren Augen an:
"Du hilfst mir auch nicht, fremder Mann!
Spar dir dein trauriges Gesicht,
dein Mitleid, nein, das brauch´ ich nicht!

Geh endlich weiter, fremder Mann,
denn du erinnerst mich daran,
dass alle Liebe, die ich hab,
umsonst ich einem Menschen gab!
Doch wenn er käm´, holt´ mich nach Haus,
wie anders säh´ die Welt dann aus!
Mein ganzes Herz wär´ wieder sein -
warum nur ließ er mich allein?

Geh´ endlich weiter, fremder Mann,
denn du erinnerst mich daran,
dass alles hätte ich gegeben,
für deinen Bruder - selbst mein Leben!
Spar dir dein trauriges Gesicht,
dein Mitleid, nein, das brauch´ ich nicht.
Geh weiter - oder wag´ den Schritt,
hab´ Erbarmen - nimm mich mit!"

 

 

"Entweder ist das Tier nicht wie wir,

dann gibt es keinen Sinn mit ihm zu experimentieren,

oder es ist wie wir, dann gibt es kein Recht mit ihm Versuche zu machen,

die als empörend betrachtet würden,

wenn man es mit einem von uns machte."

   

(Gisela Grothe)

 

  

Wundern muß ich mich sehr, daß Hunde die Menschen so lieben;

denn ein erbärmlicher Schuft gegen den Hund ist der Mensch.

 

(Christian Friedrich Hebbel)

 

 

Der Seestern:

 

Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand entlang ging,

sah er vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und ins Meer warf.

 

Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er das denn tue.

Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden,

wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen blieben.

 

„Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang und Tausende von Seesternen liegen hier“,

erwiderte der Alte. „Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?"

 

Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die rettenden Wellen.

Dann sagte er:

 

"Für diesen hier macht es einen Unterschied"

 

 

WAS ES IST

 

Es ist Unsinn

sagt die Vernunft

 

Es ist was es ist

sagt die Liebe

 

Es ist Unglück

sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz

sagt die Angst

Es ist aussichtslos

sagt die Einsicht

 

Es ist was es ist

sagt die Liebe

 

Es ist lächerlich

sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig

sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich

sagt die Erfahrung

 

Es ist was es ist

sagt die Liebe

 

(Erich Fried)

 

 

Jeder Gedanke .....

 

Jeder Gedanke ist Saat.

Einst, über kurz oder lang,

führt dich durch dies Feld dein Gang

 

Jeder Gedanke ist Tat,

einst, über lang oder kurz,

wird er dein Sieg oder Sturz

 

Wie dir das Schicksal auch naht,

nenn es nicht fremde Gewalt:

Du bist’s in eigner Gestalt!

 

(Ephides)

 

 

 

Der alte Kettenhund  

 

Ich bin allein; es ist schon Nacht

und stille wird's im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,

dort ruht mein Herr sich aus.

 

Er liegt im warmen Federbett,

deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett

bewache seine Ruh.

 

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.

 

Die Hütte, die mein Herr versprach,

erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gab's schon längst nicht mehr.

 

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört,
und wüsst' mein Herr auch, was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.

 

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal

leck' ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.

 

Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück

und nie werd ich sie los.

 

Was Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
  

So lieg' ich, warte auf den Tod,

denn dieser macht mich frei. 

 

 

 -  Adieu, sagte der Fuchs. Und hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach:
 ***  Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
***

 

 

-  Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs. Aber du darfst sie nicht vergessen,

***  denn du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. ***

 

Aus: "Der kleine Prinz" (Antoine de Saint-Exupéry)

 

 

Brief an mein Herrchen

 

Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.

Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub - hurra!

 

Wir fuhren mit dem Wagen, und Du hast am Straßenrand gehalten, die Tür ging auf, und Du hast einen Stock geworfen,

ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte.

 

Aber als ich zurückkam, warst Du nicht mehr da! In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden ...

aber leider vergebens! Ich wurde immer schwächer von Tag zu Tag.

 

Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.

Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete auf Deine Rückkehr, aber Du bist nicht gekommen.

Dann wurde der Käfig geöffnet. Nein, ... Du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden hat.

 

Er brachte mich in einen Raum ... es roch nach Tod.

 

Meine Stunde war gekommen! Geliebtes Herrchen, ich weiß, daß Du weißt, daß ich mich trotz des Leidens,

das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere, und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte -

ich würde auf Dich zulaufen denn...

... ich habe Dich lieb ...!

 

Quelle unbekannt

 

 

Testament eines Tieres

 

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,

um ihr Heim und alles, was sie haben

denen zu hinterlassen, die sie lieben.

 

Ich würde auch solch´ ein Testament machen,

wenn ich schreiben könnte.

 

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner

würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,

meinen Napf, mein kuscheliges Bett,

mein weiches Kissen, mein Spielzeug

und den so geliebten Schoß,

die sanft streichelnde Hand,

die liebevolle Stimme,

den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,

die Liebe, die mir zu guter Letzt

zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,

gehalten im liebenden Arm.

 

Wenn ich einmal sterbe, dann sag´ bitte nicht:

Nie wieder werde ich ein Tier haben,

der Verlust tut viel zu weh!

 

Such Dir ein einsames, ungeliebtes Tier aus

und gib´ ihm meinen Platz.

 

Das ist mein Erbe.

 

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,

was ich geben kann.

 

(Margaret Trowton)

 

 

Ich sah in ihren Augen Liebe und Hoffnung,

Angst und Schrecken, Trauer und Verrat.

Und ich war voller Zorn.

"Gott", sagte ich, "das ist schrecklich! Warum tust du nicht etwas?"

Gott war einen Moment lang still, und dann sprach er sanft:

"Ich habe etwas getan", antwortete er.

"Ich habe Dich geschaffen."

  

(Jim Willis 1999)


 
Solange der Mensch weiterhin unbarmherzig niedrigere Lebewesen zerstört,

wird er weder Gesundheit noch Frieden erfahren.

Solange die Menschen die Tiere massakrieren, werden sie sich auch gegenseitig umbringen.

Derjenige, der Tod und Schmerz säht, kann nicht Freude und Liebe ernten.

 

Pythagoras (570-496 v. Chr.)


 

Wie viele unter uns gibt es schon jetzt, die niemals Fleisch äßen,

wenn sie selber das Messer in die Kehle der betreffenden Tiere stoßen müssten!

 

Bertha von Suttner (1843- 1914) Autorin. Friedensnobelpreis 1905


 

Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren.

Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen

und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfen begehen

oder doch gleichgültig zulassen.


Alexander von Humboldt (1769-1859)

 

 


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